Der Tokyo Auto Salon 2026 fand vom 10. bis 12. Januar in der Makuhari Messe unweit von Chiba City statt. Im mittlerweile 44. Jahr seines Bestehens bleibt er Japans führende Tuning- und Aftermarket-Messe: gleichermaßen kulturelles Barometer und technisches Testfeld für alles Kommende in den Bereichen Performance, Materialien und Stil. Rund 850 Fahrzeuge wurden in Hallen voller Fahrzeugbauer, Zulieferer und Erstausrüster gezeigt, die Prototypen und Kooperationsmodelle präsentierten. Die Besucherzahl erreichte an drei Tagen 272.383 Besucher und lag damit im Rahmen der zuletzt starken Jahre und bestätigte das Comeback der Messe als Asiens Aushängeschild für Fahrzeugindividualisierung.

Im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe drehten sich die Gespräche um Elektrifizierung und Aerodynamik-Entwicklung unter strengeren japanischen Straßenverkehrsvorschriften. Man rechnete eher mit zurückhaltendem Styling und schrittweisen Neuerungen. Gazoo Racing, NISMO und HKS galten als Favoriten für die Schlagzeilen, während ausländische Zulieferer EV-Umrüstplattformen und Leichtbaulösungen in den Vordergrund stellen wollten. Es herrschte zudem Neugier über den schwächelnden Yen und dessen mögliche Auswirkungen auf die Teilepreise und die Teilnahme europäischer Tuner.

Sobald die Hallen öffneten, herrschte auf dem Messegelände reges Treiben, Toyota enthüllte sein GR GT3 Concept, das näher an der GT3-Rennspezifikation gebaut war als frühere Studien. Nissan zog mit dem Hyper Force Concept große Aufmerksamkeit auf sich, diesmal mit klarem Motorsportbezug. Liberty Walk lockte mit einem Full-Body-Abschiedskit für den R35 die Massen an, das Nostalgie mit sauberer Passgenauigkeit der Karosserieteile verband, während heimische Werkstätten wiederbelebte Kei-Truck-Umbauten und komplette Elektroumrüstungen zeigten. Das Tempo der Veranstaltung ließ nie nach: Die morgendlichen Medienpräsentationen gingen nahtlos in Prüfstandsvorführungen und Live-Tuning-Sessions über. Einige große Erstausrüster nutzten die Messe leise, um die Reaktionen auf modulare EV-Antriebseinheiten auszuloten – ein Zeichen dafür, dass sich die technische Glaubwürdigkeit des Auto Salon über das Styling hinaus erweitert hat.

Als am Sonntagabend die Lichter gedimmt wurden, ging das Best Car of the Show 2026 an das GR GT3 Concept, gefolgt vom überarbeiteten FD RX-7 von RE Amemiya und dem Supra-Kit von VeilSide. Das bestätigte, dass das japanische Tuning auch in einem elektrifizierten Jahrzehnt weiterhin an den Grenzen experimentiert.